IN BASEL HAT DIE FASNACHT BEGONNEN

«Drey scheenschte Dääg»

Mit dem Morgenstreich hat um vier Uhr unter dem Motto «bis zletscht» die Basler Fasnacht 2019 begonnen. In der verdunkelten Innenstadt standen Zehntausende Schaulustige und verfolgten das Spektakel von Fasnachtslaternen und Trommel- und Piccolomärschen.Mit dem Vier-Uhr-Schlag gingen in der Basler Innenstadt die Strassenlichter aus; die magische Vorfreude-Stimmung erreichte ihren Höhepunkt. Sekundenbruchteile danach ertönte aus den Larven der Tambourmajore heraus der Ruf, auf den Fasnachtsbegeisterte ein Jahr lang gewartet hatten: «Morgestraich – vorwärts marsch!» Die Basler Fasnacht ist eröffnet.

In langsamem Schritt der Fasnachtsmärsche zogen dann die Cliquen hinter ihren Fasnachtslaternen mit Bildern und Zeilen zu ihrem aktuellen Sujet durch die Altstadt. Tausende Zuschauerinnen und Zuschauer folgten dem Schauspiel bei überraschend sternenklarem Himmel und Temperaturen um die fünf Grad.

Bis Donnerstag um 04.00 Uhr. Drei Tage lang wird die Fasnacht nun die Stadt am Rheinknie in Beschlag nehmen. Das Motto der Basler Fasnacht 2019, «bis zletscht», spielt auf das Ende der einst glanzvollen Muba alias Schweizer Mustermesse an. Die Plakette zeigt eine Fasnachtsclique, die den Ändstraich vor der wandgrossen Uhr der Rundhof-Messehalle zelebriert. 34 Cliquen spielen dieses Motto selber auch aus. Die Bandbreite der in monatelanger Feinarbeit ausgefeilten Cliquen-Sujets ist auch 2019 wieder sehr breit. Zu den Topthemen gehören etwa Rassismus und Narrenfreiheit, Umweltverschmutzung, Digitalisierung, einer umstrittenen Beschaffung von Elektroautos der Basler Polizei oder 75 Jahren LSD.

Umzüge als Höhepunkte. Für den «Cortège», dem Umzug durch die Innenstadt vom Montag- und Mittwochnachmittag, haben sich beim Comité 490 «Fasnachts-Einheiten» angemeldet: Cliquen, Wagen, Guggenmusiken und andere. Ab Montagabend sind auch die Schnitzelbänkler unterwegs und singen in diversen Lokalen ihre Verse.

Glossar, Tradition und Brauchtum.

Wer keine Blaggedde trägt, wird mit Sicherheit von mehreren Waggis mit vielen Räppli gestopft. Was so viel heisst wie: Wer an die Basler Fasnacht gehen und einigermassen heil wieder nach Hause kommen will, muss eine aktuelle Plakette/Abzeichen kaufen, damit die Menschen mit den grossen Larven (Masken) einen nicht mit Konfetti vollstopfen.

Typische Verkleidung. Passend zum ausgedachten Sujet lassen sich die Cliquen ein meist sehr farbenfrohes Kostüm nähen, und ganz wichtig: eine einheitliche Larve (Maske) anfertigen.

Essen. An der Basler Fasnacht gibt es drei traditionelle Mahlzeiten: Die Mehlsuppe, die Zibelewaie und die Käswaie, zu der ein Bier oder ein Glas Weisswein gehört. Jedoch steht auch an jeder Ecke ein Wurststand, wo man natürlich die besten Klöpfer (Cervelat) essen kann.

Regeln. Während dem Cortège müssen die Zuschauer am Rand stehen, um die Cliquen bzw. Guggenmusiken nicht zu stören. Allgemein darf man maskierte Menschen nie mit Räppli stopfen. Ansonsten geht es einfach darum, Spass zu haben.

Tipps. Restaurant Kunsthalle Basel: Seit über 40 Jahren gibt es dort die beste selbstgemachte Mehlsuppe, Zibelewaie und Käswaie. Guggenkonzert: Am Dienstagabend auf dem Marktplatz, Barfüsserplatz und Claraplatz. Schnitzelbängg: Kann man sich überall in der Stadt anhören.

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